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Im Geist der Vielfalt

Liebe Leserin, lieber Leser,
Pfingsten ist ein Fest des Aufbruchs, ein Geschehen, das in die Zukunft weist und zugleich den Blick auf die Realität der Gegenwart lenkt: Ohne den Geist der Liebe finden wir nicht zu einer Sprache, reden wir aneinander vorbei, verstehen wir einander nicht. Auch wir als GCL erkennen uns als Gemeinschaft, die eine große Bandbreite an Unterschiedlichkeit in ihren Reihen vereint. Wie gelingt Begegnung in Verschiedenheit, wie werden wir der Komplexität unserer Zeit und ihrer vielfältigen Lebenswirklichkeiten gerecht? Und wie wirken wir als christliche Gemeinschaft in eine Gesellschaft hinein, die vor der Gefahr zunehmender Spaltung steht?
All diese Fragen prägen den Zukunftsprozess der GCL, der uns in den nächsten Jahren begleiten wird. Ein schönes Erleben von Gemeinschaft in Vielfalt gaben uns die Tage beim europäischen GCL-Treffen in der Kulturhauptstadt Chemnitz, über die wir im nächsten Newsletter ausführlicher berichten werden. Aber auch heute erwartet Sie ein buntes und vielfältiges Bild aus dem Leben der Gemeinschaft Christlichen Lebens.

Viel Freude beim Lesen!

Staunen, wie Gott in den Geschöpfen wohnt

Bild zum Impuls: Ein Reiher fliegt über einen Teich, Bild in grün und blau

Wie schön unsere Welt in diesen Frühsommertagen ist!
Ich staune über so viele unterschiedliche Grüntöne.
„Schauen, wie Gott in den Geschöpfen wohnt“,
regt Ignatius in der „Betrachtung, um Liebe zu erlangen“ an.
Ich schaue und staune und freue mich.

Wie bedroht unsere Welt ist!
Zu warm für diese Jahreszeit, zu wenig Regen …
Darf ich mich trotzdem freuen?

Was mir Freude macht,
was ich liebe,
schütze ich.

schauen - staunen - freuen - lieben - danken
und antworten

Text: Brigitta Neckermann-Lipp
Bild: Martina Jung

Aufbau in Libanon

Füreinander einstehen, einander unterstützen, wo es notwendig ist – auch dafür steht die weltweite GCL (engl. CLC – Christian Life Community).

Jüngstes Beispiel dafür ist die finanzielle Unterstützung der CLC im Libanon durch eine Spende der Welt-CLC in Höhe von über 50.000 Dollar. Wofür wird das Geld verwendet? Die CLC Libanon berichtet dem Weltvorstand: 
Die Mittel dienen vorwiegend dazu, die christlichen Familien zu unterstützen, die durch den Krieg aus ihren zerstörten Dörfern nach Beirut flüchten mussten. Die meisten dieser Familien kommen aus dem Dorf Yaroun an der Grenze zu Israel. 100 von 150 Häusern in diesem Dorf wurden vollständig zerstört. Die finanzielle Hilfe soll zum einen dazu dienen, diese Menschen sowohl bei lebensnotwendigen Dingen zu unterstützen, etwa mit Gutscheinen für den täglichen Bedarf, als auch mit Geld für Mieten, Schulmaterial oder auch medizinische Hilfe.


Als für ebenso notwendig sieht die CLC Libanon die geistliche Unterstützung an. In Zusammenarbeit mit dem Erzbischof von Sour/Tyros ist angedacht, auf längere Sicht den Familien geistliche Treffen und Fortbildung anzubieten, auch ein sogenanntes „Missions-Camp“ ist in Planung. Anliegen ist es, die Familien auf geistlicher Ebene miteinander und auch mit dem Erzbistum zusammen zu bringen.

Fremd und daheim. In zwei Welten leben.

Nour Asmar und Fadi Aslan – mit ihrer Familie in zwei Welten daheim

Ignatianisches Forum in München

„Fremd und Daheim. In zwei Welten leben.“ Unter diesem Motto steht am 25. Juni 2025 ein Mittwochabend in der Reihe „Ignatianisches Forum“ in München.

Impulsgeber sind diesmal die GCLer/in Nour Asmar und Fadi Aslan. Aus Syrien stammend, inzwischen mit deutscher Staatsangehörigkeit, führen sie ein Kleinunternehmen im bayerischen Hollenbach.
Der Aufbruch und die Suche nach neuer Heimat ist ein langer Weg, geprägt von Entscheidungen und Herausforderungen, von Festhalten und Loslassen. „Wahre Heimat“ – ist sie auf einen bestimmten Ort, Zeit beschränkt, oder geht sie weit darüber hinaus? Dazu können Nour Asmar und Fadi Aslan aus ihrer Erfahrung sprechen.

Was ist Heimat für sie? Dazu sagen Nour Asmar und Fadi Aslan:
„Heimat ist nicht auf einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Zeit beschränkt. Heimat ist der Prozess, in dem ich neue Möglichkeiten schaffe, meine Wurzeln in neue Erde zu pflanzen und mich an die frische Luft eines neuen Horizonts zu gewöhnen. In dem Moment, in dem dies geschieht, beginnt ein neuer Lebenszyklus in mir zu pulsieren – genährt von einer tiefen Verbindung des Gebens und Nehmens an einem neuen Ort.“


Moderiert wird der Abend von Daniela Frank (GCL). Beginn 19,30 Uhr, Ende 21 Uhr. Michaelssaal, Maxburgstraße 1.

Neue Referentin für Junge Erwachsene

Gunnar Bauer und Stefanie Langel
Gunnar Bauer SJ und Stefanie Langel
Anfang Juni hat die Sozialpädagogin Stefanie Langel (51) die von der GCL neu geschaffene Stelle für Junge Erwachsene angetreten. Stefanie Langel lebt in München und wird von dort aus für die GCL Deutschland arbeiten und unterwegs sein. Was dürfen Junge Erwachsene künftig erwarten?
Fragen an Stefanie Langel und P. Gunnar Bauer SJ, Kirchlicher Assistent der GCL in Deutschland:

Warum hat die GCL in Deutschland diese Stelle für Junge Erwachsene geschaffen?

Gunnar Bauer SJ: Für die GCL in Deutschland ist es ein großes Anliegen, Angebote zu machen, die für junge Erwachsene heute sinnvoll und hilfreich sind. Im Jahr 2022 ist in Zusammenarbeit mit Katharina Sichla eine neue Reihe speziell für junge Erwachsene entwickelt worden: fünf Abende unter dem Titel „Mehr vom Leben“. In verschiedenen Städten in Deutschland und Österreich haben wir sie angeboten, und im Anschluss daran war das Interesse an weiterführenden Gruppen groß. Nun sind in einigen Städten Gruppen mit jungen Erwachsenen entstanden. Wir haben gesehen: Da entsteht etwas, das wollen wir vertiefen und weiterführen.

Was hat Sie, Stefanie Langel, gereizt, sich für diese Stelle zu bewerben?

Stefanie Langel: Aufgrund der guten Erfahrungen, die ich bisher schon bei meiner Arbeit mit Jungen Erwachsenen gemacht habe, zu erleben, wie sie hierher nach St. Michael gefunden haben, wie sie mit ihrem Glauben umgehen; das motiviert mich, sie darin weiterhin zu unterstützen und zu begleiten. Gemeinsam mit ihnen zusammen möchte ich gerne sehen, wohin der Weg in der GCL geht.

Was bringt Junge Erwachsene dazu, an so einer Abendreihe „Mehr vom Leben“ teilzunehmen und sich danach auch zu einer GCL-Gruppe, in der sie sich über Leben und Glauben austauschen, zusammen zu schließen?

Gunnar Bauer SJ: Die Jungen Erwachsene, die unsere Angebote wahrnehmen, sind heutzutage in ihrem Lebensumfeld oft die einzigen, die an Gott glauben. Es ist nicht einfach, Gleichgesinnte und Gleichaltrige zu finden, mit denen man sich über die Dinge austauschen kann, die einen bewegen. Dies in einem Raum, in dem das ungefährlich, ja selbstverständlich ist zu tun, ist gesucht und sehr attraktiv.

Welche Elemente aus der ignatianischen Spiritualität sprechen Junge Erwachsene besonders an?

Gunnar Bauer SJ: Ein erster Abend der Abendreihe steht unter dem Leitwort „Wie war dein Tag?“ Wie blicke ich auf meinen Tag zurück, auf meinen Tag mit Gott, mit einem wertschätzenden, liebevollen Rückblick. Das spricht an. Dieses „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ ist ein gutes Werkzeug, um den eigenen Alltag bewusster zu erleben. Genauso wichtig ist ihnen das Thema „Entscheidung“. Die ignatianische Weise der „Unterscheidung der Geister“ bringt auch diese Dimension ins Spiel: Gibt es in meinem Leben so etwas wie die Offenheit, mich einzulassen auf die Idee, die Gott für mein Leben im Sinn hat?

Ein Kernelement der ignatianischen Spiritualität sind ja die Exerzitien. Lassen sich Junge Erwachsene auch darauf ein?
Stefanie Langel: Ich nehme bei den Jungen Erwachsenen ein großes Interesse an der ignatianischen Spiritualität wahr. Einen Wunsch nach 'Zeit für mich', für Gott und für meinen Glauben zu haben. Da ist auch eine große Faszination, damit in die Stille zu gehen, sie wollen es gerne ausprobieren. Auch wir probieren einfach mal ein paar Angebote aus, so laden wir die jungen Erwachsenen aus unseren GCL Gruppen z.B. im Juli für ein Wochenende mit dem Thema „Zeit für mich und Gott“ in die Zukunftswerkstatt der Jesuiten nach Innsbruck ein. Damit wollen wir eine Möglichkeit bieten, in die Stille zu gehen und Lust auf Exerzitien machen.

Weitere Informationen- auch über die nächsten Angebote für Junge Erwachsene
unter: gcl.de/fuer-junge-leute und mehrvomleben.gcl.de

Interview: Gerlinde Knoller

Neue Bäume pflanzen

Die GCL will ganz konkret dabei mitwirken, dass Gottes Schöpfung bewahrt wird und wachsen kann. Die GCL-Arbeitsgruppe für Sozialökologische Transformation schaut schon weiter voraus!

Im nächsten Jahr plant sie ein Wochenende unter dem Stichwort „Als Natur leben“ in einem einfachen Selbstversorgerhaus. An diesem Wochenende soll es darum gehen, wieder neu ein Gespür zu bekommen für die Gaben der Natur und sich auch selbst als Teil der Schöpfung zu erleben – durch Atmen und Riechen, Atmen und Hören, Atmen und Spüren, barfuß gehen, auch gemeinsames Kochen oder „Waldbaden“.

Auch soll ein konkretes Projekt unterstützt werden: Im „Herzenswald“ Schmitten werden gemeinsam kleine Bäumchen gepflanzt. Der Herzenswald ist ein Projekt von Brigitta Brüning-Bibo, die damit ein Zeichen setzen möchte als Antwort auf das Fichtensterben im Taunus durch Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer. 30.000 Setzlinge hat sie bereits unter Beteiligung der zuständigen Försterin gepflanzt. Bergulmen, Eichen, Kastanien und Elsbeeren werden dem Taunus ein klimaresistentes Laubblatt-Gesicht geben.
Weil die Ecology-Gruppe der Welt-CLC (so die internationale Bezeichnung der GCL) jüngst dazu aufgerufen hat, rund um diesen Planeten neue Bäume zu pflanzen, will die GCL-Arbeitsgruppe diese Idee aufgreifen und sich daran beteiligen.

Nähere Informationen zum Wochenende im Oktober und die Möglichkeiten einer „Baumpatenschaft“ bei Maria-Anna Gutte, magu_gutte@yahoo.de.

Unsere Online-Abendreihe geht weiter!

Welche Impulse kann die ignatianische Spiritualität unserer Welt von heute geben? Etwa in Gesellschaft und Politik – aber auch für das eigene geistliche Leben.

Das beliebte Format der Online-Abendreihe, die die GCL-Nationalgemeinschaft anbietet, verspricht auch in den kommenden Monaten interessante Themen. Die Abende dauern jeweils von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr auf der Plattform Zoom.

11. Juni: „durch.gehend.hoffen“ – Impulse der Kongregation der Helferinnen zum Umgang mit Krisen und Übergangssituationen.
Mit Sr. Dorothea Gnau und Sr. Stefanie Strobel, Gemeinschaft der Helferinnen, München


07. Juli: „Ignatius – Gotteserfahrung als Halt im Wandel“.
Mit Martin Föhn SJ, Basel


Anmeldung: kurse@gcl.de
Hinweis: Wer bereits im E-Mail-Verteiler der Abendreihe ist, erhält den Link automatisch


Die Mitschnitte der Abendreihe seit 2022 werden zurzeit nach und nach auf unserem YouTube-Kanal bereitgestellt. Sie können sie hier anschauen (Link führt zu YouTube).

Die Wut umarmen? Aber Ja!

Gemeinsames Wochenende der GCL-Vernetzungsinitiative Heilende Berufe


Es klingt zunächst paradox: die Wut umarmen. Es kann aber durchaus etwas Heilendes darin sein, die Wut anzunehmen und die Kraft in ihr zu erkennen. Dies haben die Teilnehmer/innen des Wochenendes erleben dürfen, das die GCL-Vernetzungsinitiative der pflegenden und heilenden Berufe im März angeboten hat. „Die Wut umarmen“ war das Treffen überschrieben.
Zu erfahren war etwa, wie hilfreich es sein kann, Gefühle nicht abzutun oder vorschnell in gut oder schlecht einzuteilen, sondern sie als Teil unseres Menschseins anzunehmen – und zu fragen, wohin sie uns führen und wie wir mit ihnen umgehen wollen.

Die Wut umarmen? Wut kann zerstören, aber auch eine Energie freisetzen, die wir konstruktiv nutzen können. Denn Wut weist uns darauf hin, dass etwas ganz und gar nicht gut für uns oder andere läuft. Wer seine Wut annimmt, anstatt sie zu bekämpfen, kann die Kraft in ihr erkennen. Das heißt aber nicht, sie aggressiv auszuleben, sondern sie vielmehr als Kraftquelle anzunehmen und diese Energie zum eigenen Wohl und/oder zum Wohl anderer bewusst einzusetzen. An dem Wochenende ging es nicht nur um die Wut, sondern auch um die Gefühle Trauer und Freude. Auch diese Gefühle können einen fruchtbaren Platz in unserem Leben einnehmen.
DK/gk

Quo vadis, homo digitalis?

Treffen des Netzwerks für Selbständige und Führungskräfte

„Quo vadis, homo digitalis? Mit dieser Frage, wie die Digitalisierung künftig die Arbeitswelt verändern wird und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, beschäftigte sich jüngst das jährliche Treffen der GCL-Vernetzungsinitiative für Selbstständige und Führungskräfte in Fulda. Als Referent konnte Pfarrer Christian Bock aus Dresden gewonnen werden.

Diese GCL-Vernetzungsinitiative führt Führungskräfte und Selbstständige zusammen, denen daran liegt, ihr berufliches Wirken mit ihrem christlichen Glauben zu reflektieren. Christine Neumann, die dieses jährliche Treffen mit organisiert hat, berichtet davon, wie die Teilnehmer:innen bei diesem Treffen zu einem „medienethischen Planspiel“ eingeladen wurden. In kleinen Gruppen wurde durchgespielt, wie man im Team oder in der Leitung mit unfairen Social-Media-Inhalten umgehen könne. Wo sind die Grenzen meines Handelns, welche Konsequenzen könnte dieses haben? Wann könnte es heißen: Da mache ich nicht mehr mit?

Vielfältig sind die Themen der Treffen dieser Vernetzungsinitiative, die in der Regel aus dem Kreis der Führungskräfte und Selbstständigen vorgeschlagen werden. So geht es etwa um Fragen wie: Wie kann ich beim Führen meine christlichen Werte wahren? Der Umgang mit „Zeit“ war einmal ein Thema, wie auch das rechte Konfliktmanagement im Unternehmen. Immer wieder geht es um „das Leiten als geistlicher Prozess“ oder auch darum, wie die ignatianische Spiritualität auch in die Unternehmensführung heute einfließen kann. Die Mitglieder dieser GCL-Vernetzungsinitiative schätzen auch die „kollegiale Beratung“ in diesem Netzwerk, in das sie ihre Fragen und Themen einbringen können.

Das nächste Treffen der Vernetzungsinitiative findet am 2026 vom 13.-15. Februar 2026 in Erfurt statt.

Einladung zum Benno-Fest in München

Die GCL ist am gemeinsamen Stand der ignatianischen Gemeinschaften (direkt vor St. Michael) auf dem Benno-Fest vertreten.

14.-15. Juni 2025
St. Michael, München

Online-Abendreihe "Ingatianisch leben heute"

Martin Föhn SJ
Impulse aus der Spiritualität des Ignatius in Zeiten des Wandels

07. Juli 2025
19:30 – ca. 21:30 Uhr


Anmeldung: kurse@gcl.de
Einzelexerzitien 10 Tage

Begleitung:
Pfr. Roland Rossnagel, Heilbronn
Petra Schwaiger, München
Sr. Dorothea Thomalla, Schramberg

1. - 10. August 2025
Kloster Heiligenbronn, Schramberg

Infos und Anmeldung
Wochenende: Gruppen in Entscheidungssituationen begleiten

Austausch von Erfahrungen mit der Anleitung von Unterscheidungs-prozessen in Gruppen und Gremien

10. – 12. Oktober 2025
Bad Soden-Salmünster

Infos und Anmeldung
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